
Beim Besuch von Manne Lucha MdL, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, in der Caritas Heidenheim rückt die Lage der Wohnungslosenhilfe, der Jugendhilfe und des Integrationsmanagements in den Fokus. Im Caritas-Zentrum in der Kurt-Bittel-Straße wurde beim Austausch mit Minister Lucha und der Heidenheimer Landtagsabgeordneten und Direktkandidatin der Grünen Clara Resch deutlich, wie stark soziale Einrichtungen im Landkreis gefordert sind. Immer mehr Menschen suchen Unterstützung bei Wohnungsnot, Jugendhilfe und Integration.
Wohnen als soziale Schlüsselfrage
Die Verantwortlichen der Caritas berichteten, dass Wohnen aktuell das dringendste Thema sei: Viele Menschen hätten zwar eine Arbeit, fänden aber keine bezahlbare Wohnung. Die Zahl der Hilfesuchenden in der Wohnungslosenhilfe steige, zunehmend seien auch Frauen und junge Erwachsene betroffen.
Clara Resch betonte: "Wenn Menschen trotz Jobs keine Wohnung finden, verlieren sie Sicherheit, Perspektiven und Teilhabe. Wohnen ist längst zur sozialen Schlüsselfrage in Baden-Württemberg und in Heidenheim geworden." Sie kündigte an, die offen angesprochenen strukturellen Defizite und sozialen Bedarfe in die landespolitische Debatte einzubringen.
Soziale Arbeit braucht Strukturen
Bürgermeisterin Simone Maiwald wies darauf hin, dass die Stadt Heidenheim kein eigenes Sozialamt habe wie viele Städte vergleichbar Größe. Die entsprechende Zuständigkeit liege beim Landratsamt. Dennoch sei es wichtig, entsprechende Netzwerkarbeit und Kooperationen zu gewährleisten und sich hieran konstruktiv zu beteiligen. Denn nur direkt vor Ort können passgenaue Lösungen gemeinsam mit den Partnern entwickelt werden. Resch äußerte dazu: "Soziale Verantwortung darf nicht auf einzelnen Schultern lasten. Eine Stadt wie Heidenheim braucht tragfähige Strukturen - erst dann kann soziale Arbeit nachhaltig wirken." Sie wird das Gespräch mit Stadt und Landkreis suchen, um gemeinsam mit dem Land Lösungen zu erarbeiten.
Jugendhilfe und Fachkräftemangel
Fachleiter Markus Piott-Grimm schilderte den steigenden Bedarf in der Jugendhilfe und die Herausforderung, hochqualifiziertes Personal zu gewinnen. Die Caritas beschäftigt im Zentrum rund 160 Mitarbeitende, viele davon in Teilzeit, um familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.
Resch unterstrich: "Ob in Jugendhilfe, Wohnungslosenhilfe oder Beratung - gute soziale Arbeit gelingt nur mit Zeit, qualifizierten Fachkräften und verlässlichen Rahmenbedingungen."
Kommunales Integrationsmanagement
Die Caritas machte ausserdem deutlich, wie wichtig das kommunale Integrationsmanagement für berufliche Integration und gesellschaftliche Teilhabe sei. Integration sei eine dauerhafte Aufgabe und brauche Verlässlichkeit.
Schwerpunktthema Einsamkeit bei der Caritas
Die Caritas-Leitung kündigte an, dass das Thema Einsamkeit im kommenden Jahr einen besonderen Schwerpunkt der Stelle in Heidenheim bilden werde. Einsamkeit betreffe Menschen aller Altersgruppen und sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Im Mittelpunkt der Sorge stünden jedoch ältere Menschen und Jugendliche.
Caritas als unverzichtbarer Anker
Die Caritas gab einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit - von der Wohnungslosenhilfe über berufliche Integration und Jugendhilfe bis hin zum Tafelladen W52 und ehrenamtlich getragenen Solidaritätsprojekten. Viele Angebote seien nur durch Spenden und das Engagement freiwilliger Helfer möglich.
Resch würdigte die Arbeit der Fachkräfte: "Die Caritas Heidenheim ist eine tragende Säule der sozialen Infrastruktur. Ihre klare Bestandsaufnahme ist für meine parlamentarische Arbeit essentiell."
Zum Abschluss betonte Fachleiter Markus Piott-Grimm die Bedeutung des kontinuierlichen Austauschs. Caritas, Kommune und Politik müssten gemeinsam an Lösungen arbeiten, um Menschen in Notlagen zu unterstützen. Lucha und Resch sicherten zu, die angesprochenen Themen auf Landesebene weiter zu begleiten.